XPLN/Lernbereiche

F10 · Windows Server 2025 · VM-Labor

Windows Server praktisch einrichten

Kapitel in dieser Lernstufe

Das lernst du

  • Einen DHCPv4-Scope mit Optionen, Ausschluss und Reservierung erstellen.
  • Dienst, AD-Autorisierung, Bindungen und Leases prüfen.

Voraussetzungen: G06 · Subnetz, Scope und PoolG07 · Adressplanung mit ReserveF07 · Reservierungen und ClientidentitätF09 · DHCP-Relay und giaddr

Dieses Kapitel verwendet eine isolierte Windows-Server-2025-VM. Die Befehle sind echte PowerShell-Befehle für dieses Labor; die Website führt sie nicht aus. Das vollständige Arbeitsprotokoll findest du in P21.

Von der Windows-Verwaltung bis zur tatsächlichen Lease

Ein Scope ist ein Zweig der VerwaltungDHCP-Verwaltung · schematischDHCP01IPv4192.168.10.0 · aktivAdresspoolReservierungenBereichsoptionenLeasesClientbezug.10.120 erhaltenLease am Serverdamit abgleichen
Grafik vergrößern
Ein Scope ist ein Zweig der VerwaltungDHCP-Verwaltung · schematischDHCP01IPv4192.168.10.0 · aktivAdresspoolReservierungenBereichsoptionenLeasesClientbezug.10.120 erhaltenLease am Serverdamit abgleichen
Schematische Windows-DHCP-Verwaltung: Unter IPv4 enthält der Scope Adresspool, Reservierungen, Bereichsoptionen und Leases. Der hervorgehobene aktive Scope ist nur eine Voraussetzung. Erst eine beobachtete Clientvergabe und der passende Leasedatensatz belegen die Versorgung; Dienst, Bindungen und gegebenenfalls AD-Autorisierung sind zusätzlich zu prüfen.

Voraussetzungen vor der Installation

Die VM benötigt eine feste Serveradresse, passende Maske und Route zu den Clientnetzen. Beispiel: DHCP01 mit 192.168.20.10/24, Gateway .20.1. Die DHCP-Rolle braucht lokale Administrationsrechte. Der virtuelle Switch darf nicht mit einem fremden Produktions-LAN gebrückt sein.

AD-Autorisierung betrifft einen DHCP-Server in einer Active-Directory-Umgebung. Sie benötigt einen vorhandenen erreichbaren Domänendienst und ausreichende Rechte. In einem isolierten Workgroup-Labor ohne AD wird dieser Schritt nicht als erfundene Pflicht ausgeführt. Autorisierung ersetzt weder Scopeaktivierung noch eine korrekte Bindung.

Rolle, Scope und Parameter

Die Reihenfolge trennt Installation von Freigabe: Rolle installieren, Bereich zunächst inaktiv anlegen, Schutz und Optionen setzen, prüfen, dann aktivieren. Eine Reservierung muss zur erfassten Clientkennung passen. Verwende die echte Schnittstelle und das geplante Netz statt blind die Beispielwerte zu übernehmen.

Windows PowerShell · DHCPServer
Install-WindowsFeature DHCP -IncludeManagementTools
# Nur im vorbereiteten AD-Labor mit ausreichenden Rechten:
Add-DhcpServerInDC -DnsName dhcp01.nordlicht.test -IPAddress 192.168.20.10
Add-DhcpServerv4Scope -Name 'Buero' -StartRange 192.168.10.100 -EndRange 192.168.10.199 -SubnetMask 255.255.255.0 -State InActive
Add-DhcpServerv4ExclusionRange -ScopeId 192.168.10.0 -StartRange 192.168.10.110 -EndRange 192.168.10.119
Set-DhcpServerv4OptionValue -ScopeId 192.168.10.0 -Router 192.168.10.1 -DnsServer 192.168.20.10 -DnsDomain nordlicht.test
Add-DhcpServerv4Reservation -ScopeId 192.168.10.0 -IPAddress 192.168.10.150 -ClientId '02-00-00-00-10-50' -Name Drucker
Set-DhcpServerv4Scope -ScopeId 192.168.10.0 -State Active

Betrieb kontrollieren

Get-Service DHCPServer prüft den Dienst. Get-DhcpServerv4Binding zeigt, auf welchen IPv4-Schnittstellen er gebunden ist. Get-DhcpServerv4Scope und Get-DhcpServerv4Lease -ScopeId 192.168.10.0 zeigen Bereich und Leases. In der Ereignisanzeige die verfügbaren DHCP-Server-Kanäle und Systemereignisse zum Zeitpunkt des Versuchs untersuchen.

Die grafische Alternative ist die DHCP-Konsole: Server → IPv4 → Bereich → Adresspool, Reservierungen und Bereichsoptionen. Vergleiche beide Sichten. Ein vorhandenes Objekt im Dialog ist kein Beweis für eine erfolgreiche Clientvergabe.

Vier getrennte Ebenen der Windows-Abnahme

Die installierte Rolle beweist nur, dass die Software vorhanden ist. Der laufende Dienst muss außerdem an der vorgesehenen Netzwerkschnittstelle arbeiten. In einer passenden Active-Directory-Umgebung ist die Autorisierung ein weiterer Verwaltungsschritt. Schließlich braucht der Client einen aktiven, passenden Scope mit freien Adressen und richtigen Optionen. Jede Ebene kann funktionieren, während die nächste noch fehlt.

Eine sinnvolle Reihenfolge lautet daher: stabile Serverkonfiguration prüfen, Rolle und Dienst prüfen, Bindungen und gegebenenfalls Autorisierung prüfen, anschließend Scope und effektive Optionen prüfen. Erst danach einen neuen Testclient beobachten. Windows-Reservierungen und Policies sind zusätzliche Auswahlregeln; sie sollten nicht gleichzeitig mit einer noch ungeprüften Grundvergabe eingeführt werden.

Änderungen an einem bestehenden Bereich verifizieren

Vor einer Änderung notierst du den bisherigen effektiven Wert und eine aktuelle Clientkonfiguration. Ändere beispielsweise zunächst nur den DNS-Wert des Testbereichs. Prüfe danach, dass die Verwaltung den Wert gespeichert hat, ein neuer beziehungsweise erneuernder Client ihn im ACK erhält und die tatsächliche Namensauflösung funktioniert. Diese drei Ergebnisse sind verschiedene Aussagen.

Bei einem Failoverpaar muss zusätzlich die Scopekonfiguration kontrolliert zum Partner repliziert werden. Lease-Synchronisierung bedeutet nicht automatisch identische Optionen. Teste einen Bezug über beide vorgesehenen Anbieter, bevor die Änderung als abgeschlossen gilt. Die konkreten PowerShell-Schritte liegen in den verlinkten Laboranleitungen; ihre Ausgabe ist jeweils gegen den geplanten Zustand zu prüfen.

DURCHGEARBEITETES BEISPIEL

Abnahme eines neu eingerichteten Bereichs

  1. Snapshot vor Änderung erstellen. Scope inaktiv anlegen, Optionen und Reservierung dokumentieren.
  2. Scope aktivieren; auf der Clientseite Relay zum Server setzen. Windows-Testclient auf automatischen Bezug stellen und /renew ausführen.
  3. Clientadresse, Serverkennung und Optionen mit dem Serverlease vergleichen. Druckerkennung separat testen.
  4. Funktioniert der Erstbezug nicht, zuerst Ereignisse, Bindung, Scopezustand und Paketweg vergleichen. Bei fehlgeschlagener Abnahme Scope deaktivieren und zur gesicherten Ausgangslage zurückkehren.

Ergebnis: Die Abnahme besteht aus gültigem Serverzustand plus beobachteter Clientkonfiguration. Im Browser wird kein Windows-Dienst eingerichtet.

Typische Fehler

  • AD-Autorisierung benötigt AD; ein Workgroup-Labor hat andere Voraussetzungen.
  • Eine statische Server-IP gehört nicht ungeschützt in einen dynamischen Pool.
  • Ein deaktivierter Scope bleibt trotz laufendem Dienst unbenutzbar.

Praktisch anwenden

Offizielle Quellen

Versionsbezüge geprüft am 14. Oktober 2026. Produktkonfigurationen werden im jeweiligen isolierten Labor validiert.