Das lernst du
- Logisches Netz, Konfigurationsobjekt und Vergabemenge unterscheiden.
- Freie Kapazität unter Ausschlüssen und Reservierungen bestimmen.
Voraussetzungen: G02 · IPv4 und Subnetze berechnenG05 · Statisch, dynamisch, automatisch, reserviert
Ein Subnetz existiert unabhängig von DHCP. Ein Scope oder subnet4-Eintrag beschreibt, wie der DHCP-Dienst dieses Netz bedient. Der Pool ist nur die Menge der für dynamische Vergabe vorgesehenen Adressen.
- Scope und Pool
- Ein Scope ist ein serverseitiger Konfigurationsbereich für ein Subnetz. Ein Pool bezeichnet einen daraus zur Vergabe vorgesehenen Adressbereich. Produktbegriffe und Regeln können voneinander abweichen.
Die Ausschlussmenge zählt nur einmal
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Mengen statt bloßer Start-/Endwerte
Ein Pool .100–.199 enthält inklusive beider Grenzen 100 Adressen. Ausschlüsse entfernen Adressen aus dieser Menge. Mehrere überlappende Ausschlüsse dürfen nicht doppelt abgezogen werden: Entscheidend ist ihre Vereinigung.
Reservierungen binden Adressen an Identitäten. Liegt eine reservierte Adresse im Pool, steht sie anderen dynamischen Clients nicht zur Verfügung. Liegt sie außerhalb, reduziert sie diesen Pool nicht. Produktregeln legen fest, ob eine solche Reservierung zulässig ist und wie Konflikte mit Ausschlüssen behandelt werden.
Windows, Kea und das Lernmodell
Windows verwaltet DHCPv4-Scopes mit Bereich, Ausschlussbereichen, Reservierungen und Optionen. Kea benutzt unter anderem subnet4, pools, reservations und option-data. Ausschlussbereiche werden bei Kea häufig durch getrennte Pools abgebildet; es gibt keine pauschale Windows-Exclusion-Syntax zum Übertragen.
Das XPLN-Labor hat explizite Ausschlüsse. Eine reservierte Adresse darf im Modell im Subnetz auch außerhalb des Pools liegen, aber nicht im Ausschluss. Ausschlüsse haben dort Vorrang. Diese Regel ist eine dokumentierte Modellentscheidung, keine universelle DHCP-Vorschrift. Aktive Leases sind zusätzlich belegt, auch wenn der Client ausgeschaltet ist.
Die verfügbare Menge sauber ableiten
Beginne mit den im Subnetz gültigen Hostadressen. Der konfigurierte Pool ist nur eine Teilmenge davon. Aus dieser Teilmenge entfallen ausgeschlossene Adressen, bereits gebundene Leases und Adressen, die für andere Identitäten reserviert oder wegen Konflikten gesperrt sind. Welche Kategorien eine Verwaltungsoberfläche zusammenzählt, ist produktabhängig. Für eine Kapazitätsrechnung darf dieselbe Adresse nicht zweimal abgezogen werden.
Beispiel: .100–.199 enthält 100 Adressen. .120–.129 sind ausgeschlossen, also bleiben 90. Fünf weitere, nicht ausgeschlossene Adressen sind für Drucker reserviert; für beliebige Büroclients verbleiben 85. Besitzen davon 70 Büroclients gültige Leases, bleiben 15 frei. Ist ein Drucker ausgeschaltet, wird seine reservierte Adresse dadurch nicht zu einem freien Platz für einen beliebigen Laptop.
Scopeauswahl kommt vor der konkreten Adresse
Der Server muss zunächst erkennen, zu welchem Netz die Anfrage gehört. Ein direkt empfangener Broadcast und eine weitergeleitete Anfrage mit Relayadresse liefern dafür unterschiedliche Informationen. Erst innerhalb des passenden Netzes werden Pool, Identität und Richtlinien ausgewertet. Ein großer freier Pool im Gästenetz behebt deshalb keinen erschöpften Bürobereich.
Bei einer Änderung der Poolgrenzen müssen bestehende Leases berücksichtigt werden. Eine Adresse verschwindet nicht sofort vom Client, weil sie aus dem Pool entfernt wurde. Plane den Übergang anhand der noch gültigen Nutzungsrechte und überprüfe danach sowohl neue Vergaben als auch Verlängerungen. Ein grüner Aktivierungsschalter in der Serveroberfläche beweist weder die richtige Netzzuordnung noch einen freien Platz.
100 Pooladressen sind nicht 100 freie Plätze
- Pool .100–.199: 100 Adressen.
- Ausschlüsse .110–.119 und .115–.124: zusammen .110–.124, also 15 statt 20 Adressen.
- Reservierung .150: ein weiterer Platz für normale Clients entfällt. Maximale dynamische Kapazität: 100−15−1=84.
- Sind davon 30 Adressen noch gültig verleast, sind 54 für neue Identitäten verfügbar. Eine ausgeschaltete Maschine gibt ihren Platz nicht automatisch sofort frei.
Ergebnis: Kapazität = gültige Poolmenge minus Ausschlussvereinigung minus fremd reservierte und noch belegte Adressen. Kategorien dürfen nicht doppelt gezählt werden.
Typische Fehler
- Scope und Pool sind keine Synonyme für das gesamte Subnetz.
- Überlappende Ausschlüsse doppelt abzuziehen verfälscht Kapazität.
- Windows-Begriffe nicht unverändert in eine Kea-Datei schreiben.
Praktisch anwenden
Offizielle Quellen
Versionsbezüge geprüft am 14. Oktober 2026. Produktkonfigurationen werden im jeweiligen isolierten Labor validiert.
- Microsoft · DHCP installieren und konfigurieren ↗Beispiele: Windows Server 2025, Windows PowerShell mit DHCPServer-Modul
- ISC · Kea DHCPv4 Server ↗Festes Lehrprofil: Kea 3.0.2; keine Annahme, dass dies die neueste Version ist
- Microsoft · Add-DhcpServerv4Reservation ↗Windows Server 2025 PowerShell