Das lernst du
- Standard- und konfigurierte Fristen berechnen.
- RENEWING von REBINDING und Ablauf unterscheiden.
Voraussetzungen: G08 · Lease: Nutzung auf ZeitF04 · Das Client-Zustandsmodell
Eine Lease hat nicht nur eine Ablaufzeit. T1 und T2 definieren, wann der Client die Erneuerungsstrategie wechselt. Die Werte sind relativ zum Beginn der bestätigten Lease zu lesen.
- T1 und T2
- T1 startet die Erneuerung beim bisherigen Server. T2 startet Rebinding mit weiteren erreichbaren Servern. Ohne ausdrücklich andere gültige Werte liegen sie bei 50 % und 87,5 % der Lease-Dauer.
Acht Stunden, drei unterschiedlich lange Phasen
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Standardanteile: T1=50 %, T2=87,5 %. R.=REBINDING. Ein ACK startet neue Fristen. Explizite Optionen 58/59 können andere gültige Zeiten vorgeben.
Fristen und ihre Voraussetzungen
Ohne abweichende Werte verwendet der Client gewöhnlich T1=0,5×Lease und T2=0,875×Lease. Die Optionen 58 und 59 können Erneuerungs- und Rebindingzeiten vorgeben. Sinnvolle Fristen erfüllen 0<T1<T2<Lease. Ein Lehrbeispiel mit Standardwerten darf nicht als zwingende Eigenschaft jeder Konfiguration präsentiert werden.
Bei T1 versucht der Client eine direkte Erneuerung beim bisherigen Server. Im Rebinding ab T2 richtet er die Anfrage breiter an verfügbare Server. Ohne gültiges ACK muss er beim Ablauf aufhören, die Adresse zu nutzen. Weitere Wiederholungen innerhalb der Phasen hängen von Protokollregeln und Implementierung ab.
Was eine Bestätigung verändert
Eine erfolgreiche Erneuerung liefert eine neue Gültigkeit und kann Optionen ändern. Eine Zeitleiste mit unverändertem Ablauf gilt nur, wenn keine Verlängerung gelang. Die Konfiguration eines kürzeren Leasewerts auf dem Server verkürzt nicht rückwirkend alle bereits bestätigten Clientrechte.
Das Browserlabor arbeitet in Sekunden und zeichnet Übergänge an T1, T2 und Ablauf auf. Es modelliert keine stochastischen Wiederholungsintervalle. Dadurch sind Grenzfälle reproduzierbar, ohne dass das Modell einen vollständigen Netzwerkstack behauptet.
Wiederholungen innerhalb der Erneuerungsphasen
T1 und T2 sind Wechsel der Strategie, nicht die einzigen möglichen Sendezeitpunkte. Nach einem unbeantworteten Erneuerungsversuch kann der Client weitere REQUESTs senden, bevor T2 erreicht ist. RFC 2131 beschreibt in RENEWING eine Orientierung an der Hälfte der bis T2 verbleibenden Zeit und in REBINDING an der Hälfte der restlichen Lease, mit einer vorgesehenen Untergrenze von 60 Sekunden. Die gültigen Zustandsgrenzen bleiben dabei maßgeblich.
Ein Mitschnitt mit mehreren REQUESTs zwischen T1 und T2 ist deshalb nicht automatisch ein Neustart oder ein Angriff. Prüfe ciaddr, Zielserver, Zeitabstände und Antworten. Wiederholungen während einer laufenden Lease unterscheiden sich vom anfänglichen exponentiellen Backoff bei der Serversuche. Die beiden Verfahren sollten nicht in einer einzigen allgemeinen Timerformel vermischt werden.
Zeitberechnung braucht einen genauen Bezugspunkt
Auf Protokollebene führt der Client Zeitangaben relativ zu seinem Bezugsvorgang. RFC 2131 verwendet für die Ablaufberechnung die lokal aufgezeichnete Sendezeit der zugehörigen Anfrage plus bestätigte Dauer. Unsere Uhrzeitbeispiele vernachlässigen die kurze Paketlaufzeit und bezeichnen diesen Zeitpunkt vereinfacht als Bestätigung. Bei normalen Büro-Laufzeiten ist der Unterschied klein; für eine feldgenaue Analyse darf er nicht stillschweigend verschwinden.
Wenn ein ACK um 09:18 eine neue Dauer bestätigt, vergleichst du die dazugehörige Anfrage und berechnest von diesem Bezug aus weiter. Ein später im Log angezeigter Empfangszeitpunkt oder eine Serveruhr mit Abweichung ist nicht automatisch derselbe Startpunkt. Dokumentiere daher, ob Werte aus Clientanzeige, Serverdatenbank oder Capture stammen. So lassen sich scheinbar widersprüchliche Ablaufzeiten erklären.
Zwei Lease-Profile rechnen
- Büro: acht Stunden = 28.800 s. Standard-T1=14.400 s (vier Stunden), T2=25.200 s (sieben Stunden). Bei Start 09:00: 13:00, 16:00, 17:00.
- Gäste: 40 Minuten = 2.400 s. Standard-T1=1.200 s, T2=2.100 s. Bei Start 09:00: 09:20, 09:35, 09:40.
- Explizites Profil: Lease 3.600 s, T1=900, T2=2.700. Das sind 15 und 45 Minuten, nicht die Standardanteile.
- Ein ACK um 09:18 mit weiteren 40 Minuten setzt Ablauf auf 09:58; die zuvor berechnete 09:40-Grenze gilt nicht mehr.
Ergebnis: Jede Zeitangabe braucht Bezugspunkt, bestätigte Lease-Dauer und die Angabe, ob Standardwerte oder explizite Optionen gelten.
Typische Fehler
- 87,5 % von acht Stunden sind sieben, nicht sechseinhalb Stunden.
- T1 und T2 sind keine Uhrzeiten ohne Leasebeginn.
- Ein gestoppter Server entzieht Clients nicht sofort ihre gültigen Leases.
Praktisch anwenden
Offizielle Quellen
Versionsbezüge geprüft am 14. Oktober 2026. Produktkonfigurationen werden im jeweiligen isolierten Labor validiert.
- RFC 2131 · DHCPv4 ↗Protokollbasis, insbesondere §§ 3 und 4; März 1997
- RFC 2132 · DHCP-Optionen ↗Optionen 1, 3, 6, 15, 50–61; März 1997