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G07 · Planung · IPv4

Adressplanung mit Reserve

Kapitel in dieser Lernstufe

Das lernst du

  • Bedarf und Wachstumsreserve berechnen.
  • Mehrere gültige Poollösungen fachlich vergleichen.

Voraussetzungen: G02 · IPv4 und Subnetze berechnenG06 · Subnetz, Scope und Pool

Nordlicht braucht 80 dynamische Büro-Clients und mindestens 20 freie Plätze. Gesucht ist nicht eine magische Startadresse, sondern eine kollisionsfreie Menge mit ausreichender Kapazität.

Ein Platzplan für Adressen, nicht für Personen

100 verfügbare Adressplätze80BedarfClientidentitäten+ 20freie Plätze20 % von 100Gateway und feste Infrastruktur liegen außerhalb dieses Pools.
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100 verfügbare Adressplätze80BedarfClientidentitäten+ 20freie Plätze20 % von 100Gateway und feste Infrastruktur liegen außerhalb dieses Pools.
Jeder der 100 Plätze steht für eine verfügbare Adresse: 80 sind für den Bedarf vorgesehen, 20 bleiben frei. Die Reserve beträgt 20 % der Kapazität oder 25 % des Bedarfs. Infrastruktur steht in diesem Beispiel außerhalb des Pools .100–.199 im /24-Netz.

Vom Bedarf zum Netz

Zuerst zählen gleichzeitige Identitäten, Infrastruktur und eine begründete Reserve. Danach wird ein ausreichend großes Subnetz gewählt. Ein /25 hat 126 gewöhnliche Hostadressen; ein /26 nur 62. Wenn 100 dynamische Plätze plus Infrastruktur benötigt werden, scheidet /26 aus.

Ein größerer Pool innerhalb desselben Subnetzes ist nicht gleichbedeutend mit einem größeren Subnetz. Ein Präfixwechsel betrifft Clients, Router, Routen, Schutzregeln und möglicherweise DNS. Eine Kapazitätsreparatur darf diese Abhängigkeiten nicht übersehen.

Plan dokumentieren und testen

Schreibe Netz, Gateway, feste Geräte, Pool, Ausschlüsse, Reservierungen und erwartete Auslastung in eine Tabelle. Reservierte Drucker werden je nach Aufgabenstellung zusätzlich oder innerhalb der Clientzahl gezählt; diese Annahme muss ausdrücklich stehen.

Prüfe anschließend eine echte Vergabe, Optionen und die verbleibende freie Kapazität. Kurzzeitige Gerätewechsel können mehr Leases als aktuell eingeschaltete Rechner erzeugen. Bei häufig wechselnden Identitäten braucht der Plan zusätzlichen Puffer oder eine passende Lease-Dauer.

Reserve in Adressen und in Prozent ausdrücken

Die Anforderung „80 Clients und 20 freie Plätze“ verlangt mindestens 100 verwendbare Adressen für diese Gruppe. Die 20 freien Plätze sind dann 20 Prozent der Kapazität, aber 25 Prozent der ursprünglich benötigten 80 Plätze. Beide Prozentangaben beschreiben dieselbe Situation mit verschiedenen Bezugsgrößen. Schreibe bei jeder Prozentforderung dazu, worauf sie sich bezieht.

Ein /25 besitzt im üblichen IPv4-LAN 126 Hostadressen, ein /26 nur 62. Selbst wenn ein /25 rechnerisch 100 Plätze aufnehmen kann, müssen Gateway, Infrastruktur, Reservierungen und geplante Erweiterungen ebenfalls hineinpassen. Ein /24 bietet 254 Hostadressen; das bedeutet aber nicht, dass alle 254 dem dynamischen Pool zur Verfügung stehen sollen. Netzgröße und Poolgröße bleiben getrennte Entscheidungen.

Gleichzeitig aktive Geräte sind nicht der einzige Bedarf

Stelle dir 80 Mitarbeiter vor, die morgens zwischen WLAN und Dockingstation wechseln. Wenn beide Schnittstellen unterschiedliche Identitäten verwenden und Leases noch gültig sind, kann die Zahl gebundener Adressen höher als die Mitarbeiterzahl sein. Gäste, Testsysteme und Ersatzgeräte erhöhen die Spitze zusätzlich. Zähle deshalb nicht nur Personen, sondern die tatsächlich auftretenden Clientidentitäten und ihre Lease-Dauer.

Eine brauchbare Reserve basiert auf gemessenen Spitzen, einem nachvollziehbaren Wachstumsszenario und dem Zeitraum bis zur nächsten Erweiterung. Prüfe außerdem den Fehlerfall: Muss bei Ausfall eines Partners nur ein Teilpool neue Clients versorgen, kann die im Normalbetrieb freie Gesamtmenge täuschen. Für die Grundlagen genügt eine klare Mengenrechnung; die Betriebsplanung in E08 ergänzt Zeitverlauf und Ausfallszenarien.

DURCHGEARBEITETES BEISPIEL

80 Clients plus 20 freie Plätze

  1. Büro 192.168.10.0/24: Hostbereich .1–.254. Gateway .1, Infrastruktur .2–.19; diese Werte nicht dynamisch vergeben.
  2. Lösung A: .100–.199, keine weiteren Belegungen im Pool. 100 Plätze; nach 80 Vergaben bleiben 20.
  3. Lösung B: .80–.199 mit Ausschluss .80–.89. 120−10=110 Plätze; nach 80 Vergaben bleiben 30. Beide Lösungen erfüllen die Anforderung.
  4. Wenn zusätzlich zwei fremd reservierte Adressen im Pool liegen, sinkt die dynamische Kapazität um zwei. Lösung A genügt dann nicht mehr; erweitern oder Reservierungen außerhalb planen.

Ergebnis: Geprüft wird die verfügbare Menge und das Verhalten. Unterschiedliche Poolgrenzen können korrekt sein.

Typische Fehler

  • Endadresse minus Startadresse vergisst den inklusiven letzten Platz.
  • Eine Reserve als Prozentzahl ohne Bezugsgröße ist mehrdeutig.
  • Ein Pool über eine Subnetzgrenze ist keine erlaubte Erweiterung.

Praktisch anwenden

Offizielle Quellen

Versionsbezüge geprüft am 14. Oktober 2026. Produktkonfigurationen werden im jeweiligen isolierten Labor validiert.