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G08 · DHCPv4 · Protokoll

Lease: Nutzung auf Zeit

Kapitel in dieser Lernstufe

Das lernst du

  • Beginn, Erneuerung und Ablauf einer Lease unterscheiden.
  • Lease-Dauern aus Nutzungsprofilen begründen.

Voraussetzungen: G05 · Statisch, dynamisch, automatisch, reserviertG06 · Subnetz, Scope und Pool

Eine Lease ist eine befristete Nutzungserlaubnis. Der Server muss verhindern, dass er dieselbe Adresse vor Ablauf gleichzeitig an einen anderen Client vergibt.

Lease
Ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht an einer Adresse. Die Frist beginnt mit der bestätigten Zuweisung beziehungsweise Erneuerung und endet, wenn sie nicht rechtzeitig verlängert wird.

Der Laptop geht. Das Nutzungsrecht bleibt.

10:00 Uhr: Arbeitsplatz leerLaptop ist wegNUTZUNGSRECHTClient A · .10.12009:00 bis 17:00Kein RELEASE empfangen.Weiterhin für A gebunden09:00ACK10:00Abgang17:00Ablauf
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10:00 Uhr: Arbeitsplatz leerLaptop ist wegNUTZUNGSRECHTClient A · .10.12009:00 bis 17:00Kein RELEASE empfangen.Weiterhin für A gebunden09:00ACK10:00Abgang17:00Ablauf
Client A erhält um 09:00 acht Stunden Lease. Er geht um 10:00 ohne RELEASE und erneuert nicht. Seine Adresse bleibt bis 17:00 gebunden, obwohl der Arbeitsplatz leer ist. Erst nach Ablauf kommt eine Wiedervergabe nach den Serverregeln infrage.

Zeit und Zustand gehören zusammen

Der Server speichert eine Zuordnung von Identität, Adresse und Frist. Der Client erhält die Gültigkeitsdauer und versucht vor Ablauf zu verlängern. Eine ausgeschaltete Maschine kann kein RELEASE mehr senden; ein Server kann aus bloßer Stille nicht sicher schließen, dass die Adresse frei ist.

Nach Ablauf ohne erfolgreiche Erneuerung darf der Client die Adresse nicht weiterverwenden. Der Server kann sie nach seinen Wiederverwendungs- und Prüfregeln erneut vergeben. Ein Client erhält beim nächsten Besuch deshalb nicht zwingend dieselbe Adresse.

Büro gegen Gäste

Lange Leases reduzieren Erneuerungsverkehr und überbrücken kurze Serverstörungen bei bereits versorgten Clients. Sie halten aber Adressen für abwesende Identitäten länger gebunden. Kurze Leases machen Plätze schneller wieder verfügbar, erhöhen jedoch die Abhängigkeit von erreichbaren Diensten und erzeugen mehr Vergabevorgänge.

Ein Büro mit stabilen Geräten kann mit acht Stunden sinnvoll beginnen. Für ein enges Gästenetz mit vielen Wechseln können 30 oder 60 Minuten angemessener sein. Das sind Planungsbeispiele, keine vorgeschriebenen Standardwerte. Prüfe reale Belegung und Wechselrate.

Der Server sieht nicht, ob jemand den Laptop zuklappt

Eine Lease ist eine Vereinbarung über die zeitlich erlaubte Nutzung, keine dauernde Anwesenheitskontrolle. Trennt ein Gast um 10:00 die WLAN-Verbindung, erreicht den Server nicht zwingend eine Freigabe. Die Adresse kann deshalb bis zum Ende des vereinbarten Zeitraums gebunden bleiben. Eine erreichbare oder nicht erreichbare IP-Adresse ist kein vollständiger Beleg für den Leasezustand.

Das schützt vor vorschneller Wiedervergabe: Ein kurz getrenntes Gerät könnte zurückkommen und seine noch gültige Adresse weiterverwenden. Würde der Server jede gerade nicht antwortende Adresse sofort neu vergeben, entstünden Konflikte. DHCPRELEASE kann ein Nutzungsrecht ausdrücklich zurückgeben; im Alltag darf die Planung jedoch nicht voraussetzen, dass jedes Gerät sauber abmeldet.

Kurze und lange Laufzeiten haben unterschiedliche Kosten

Eine kurze Lease macht unbenutzte Adressen schneller wieder verfügbar, verlangt aber häufigere Verlängerungen und lässt bei einer längeren DHCP-Störung weniger Zeit. Eine lange Lease reduziert den regelmäßigen Erneuerungsverkehr und überbrückt mehr Ausfallzeit, hält bei wechselnden Gästen aber mehr Adressen gebunden. Die Wahl ist daher eine Betriebsentscheidung, keine allgemeine Optimierung auf „möglichst kurz“.

Für 80 dauerhaft verbundene Büroclients kann ein anderes Profil sinnvoll sein als für einen Veranstaltungsraum mit stündlich wechselnden Geräten. Betrachte dabei auch Konfigurationsänderungen: Neue DNS-Werte stehen zuerst auf dem Server. Bereits konfigurierte Clients übernehmen sie erst durch einen passenden Austausch oder eine andere Verwaltungsmaßnahme. Eine Lease ist somit zugleich Zeitreserve und Verzögerung für bestimmte Änderungen.

DURCHGEARBEITETES BEISPIEL

Abfahrt um 10:00 Uhr

  1. Client A bezieht um 09:00 eine Lease für acht Stunden. Ablauf ist 17:00.
  2. Er wird um 10:00 ohne RELEASE ausgeschaltet. Der Server hält die Adresse zunächst weiter für A. Ein neuer Client B darf sie nicht sofort erhalten.
  3. Bei erfolgreicher Verlängerung durch A um 13:00 mit weiteren acht Stunden verschiebt sich der Ablauf auf 21:00. Ohne Erneuerung endet die ursprüngliche Lease um 17:00.
  4. Ein bewusstes RELEASE kann früher freigeben; in realen Netzen darf man aber nicht davon ausgehen, dass jeder Abgang eines mobilen Geräts eines sendet.

Ergebnis: Lease-Bestand bildet Nutzungsrechte ab, nicht einfach die Zahl momentan eingeschalteter Geräte.

Typische Fehler

  • Ausschalten ist kein verlässliches RELEASE.
  • Eine Reservierung ist weiterhin an DHCP-Verhalten gebunden.
  • Kürzere Leases vergrößern das Subnetz nicht.

Praktisch anwenden

Offizielle Quellen

Versionsbezüge geprüft am 14. Oktober 2026. Produktkonfigurationen werden im jeweiligen isolierten Labor validiert.